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Mit dem Umweltausschuss in der Murellenschlucht

Wer um diese Jahreszeit (= Bausaison) mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu tun hat, tut gut daran, sich nicht erst relativ kurz vor dem Ausschuss über den Fahrweg zu einem Außentermin zu informieren. Denn dann kann die gewohnte Verbindung schon einmal nicht bestehen, die angegebene etwas umständlich sein …. und wenn man sich dann noch auf dem Weg von der Bushaltestelle verläuft …..

Irgendwann habe ich dann doch noch die Eissporthalle gefunden und zum Glück war der Ausschuss noch nicht auf dem Weg in die Murellenschlucht, denn dann hätte ich gewiss ein Problem gehabt. Es gibt doch nach wie vor Ecken im Bezirk, an denen ich noch nie war. Das Gelände, das inzwischen teilweise von einem militärischen Übungsgelände zu einem Wald umgebaut wurde, liegt hinter der Eissporthalle und der Waldbühne. Dort befindet sich auch der Ort, an dem gegen Ende des letzten Krieges so genannte Deserteure ermordet wurden, worauf eine künstlerische Installation hinweist. Die steht zwar nicht exakt dort, wo die Männer ermordet wurden, aber es ist eigentlich egal, ob man sich jetzt ein paar Meter davor oder dahinter an die Verbrechen erinnert.
Übrigens ist heute der hervorragende Journalist Klaus Bednarz verstorben und von ihm stammt der bemerkenswerte Satz „Ich persönlich kann nur hoffen, dass – sollte jemals wieder in Europa ein Krieg ausbrechen – möglichst viele Soldaten desertieren.“ Sehr richtig!

Ein Teil des Geländes ist übrigens nach wie vor abgesperrt und dort lagert die Polizei Munition und es werden Schießübungen, auch in einem extra dafür gebauten Dorf, durchgeführt. Ganz friedlich ist die Gegend also noch nicht.

Info-Tafel am Weg

Info-Tafel am Weg

Es war Militärgebiet

Es war Militärgebiet

Abgesperrtes Polizeigelände

Abgesperrtes Polizeigelände

Teil des Weges

Teil des Weges

Erinnerung an die Morde

Erinnerung an die Morde

Beschreibung des Kunstwerks

Beschreibung des Kunstwerks

Ort des Verbrechens

Ort des Verbrechens

Was bei dem Ausflug ein bisschen schwierig war, hat mit dem steilen Gelände zu tun. Einige ältere Bezirksverordnete konnten gar nicht oder nur ein Stück mitgehen, was sie sehr schade fanden. Das ist ein Problem und seither überlege ich, wie sich das bei zukünftigen Auswärtsterminen vermeiden lässt oder welche Hilfsmöglichkeiten es geben könnte, damit niemand ausgeschlossen wird. Wäre eine Kamera vorhanden gewesen, die den Weg gezeigt und den Ton übertragen hätte und die Zurückgebliebenen hätten die Möglichkeit gehabt, Fragen zu stellen oder auch sonst mit den Wandernden zu kommunizieren …..?
Hier bitte ich um technische Ratschläge bzw. Kommentare. Hat jemand eine Idee oder Erfahrung auf dem Gebiet?

Historisches zum Lietzensee u. a.

Einerseits ist Umweltausschuss, aber der Antrag zur fairen Beschaffung von Dienstkleidung steht wiederum zeitgleich auf der Tagesordnung des Haushaltsausschuss. Also lasse ich schon mal die ausgedruckten Beispiele für die unterschiedlichen Bietererklärungen zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen bei Frau Klose und sage Bescheid, dass ich zwei Räume weiter bin. Ich füge hinzu, dass ich ansonsten nicht extrem traurig wäre, käme es zu einer Vertagung. Holger oder sonstwer wird mich ja hoffentlich auch diesmal holen, wenn mein Antrag dran ist.

Im Umweltausschuss stellt Herr Dr. Land das Parkpflegewerk Lietzensee vor. Dieses gab es schon mal und es sollte sich darum kümmern, dass der Denkmalschutz im Park gewahrt bleibt. Das hat anscheinend nicht ganz geklappt und jetzt soll es ein neues Parkpflegewerk, wobei es sich anscheinend um eine Art Gutachten handelt, geben.
Wir sehen Bestandspläne, auf denen sogar einzelne – denkmalgeschützte! – Steine eingezeichnet sind. Es gibt auch einen Plan von 1923 mit sämtlichen damaligen Bäumen, wozu es auch eine „Gehölzliste“ gibt. Der aktuelle Baumplan wird damit verglichen, damit wenn Bäume nachgepflanzt werden, diese an den historischen Standorten hingestellt werden.
Herr Dr. Land berät sowohl das Grünflächenamt wie auch den Verein Bürger für den Lietzensee.
Manchmal gibt es auch Widersprüchliches zwischen Denkmal- und Naturschutz.
Wir sehen auch ein Bild einer abrutschenden Böschungsmauer, die saniert oder wieder aufgebaut werden müsste. Ein altes Treppchen an der Wundtstraße wird gerade von den Auszubildenden des Grünflächenamts hergerichtet. Die ursprünglichen Steine gibt es nur noch im Antiquitätenhandel (→ zu teuer), also wurden Stufen von einem anderen Gebäude geplündert. Anderes Material hätte das Denkmalamt nicht genehmigt. Wie sinnvoll ist das denn?
Historische Staudenrabatten werden von der Bürgerinitiative, nach Beratung durch Herrn Dr. Land, auf eigene Kosten gepflanzt und gepflegt. Andere Pflanzen und Randsteine auch.
Das Fischereiamt kümmert sich um den Fischbestand. Ansonsten erfahren wir, dass der Lietzensee ein Grundwassersee ist, aber mit dem Halensee und dem Grunewaldsee unterirdisch verbunden und er hat einen künstlichen Abfluss in die Spree. Ob dieser verstopft ist, wie der Anstieg des Wasserstands vermuten lässt, sollte der Senat überprüfen.

Dazu passend gibt es einen Antrag auf eine Einwohnerversammlung zum Parkpflegewerk Lietzensee, der schon im Ausschuss für Straßen- und Grünflächen angenommen wurde. Das geschieht auch hier einstimmig. Herr Dr. Land freut sich, möchte gerne bei der Veranstaltung seine Arbeit erklären und erhofft sich ansonsten Anregungen der Nachbarschaft.

Im nächsten Antrag „Hundeauslaufgebiete in Brandenburg schaffen“ geht es darum, dass Brandenburger Hunde nicht im Auslaufgebiet Grunewald umhertoben. In Brandenburg ist es generell verboten, Hunde frei laufen zu lassen. Anscheinend bringen folglich Brandenburger Hundesitterdienste ganze Meuten in Berliner Auslaufgebiete.
(Nebenbei erfahren: Herr Fenske läuft oder fährt mit dem Fahrrad seit 1961 um den Grunewaldsee.)
Ich bin ein bisschen entsetzt, dass sich Leute Hunde zulegen, um die sie sich nicht kümmern können oder wollen. Eigentlich könnte man auch Eintritt für die Auslaufgebiete nehmen, zumindest für kommerzielle Hundeausführende, oder?
Der Antrag wird einstimmig angenommen, ebenso die Dringlichkeit. Die Dringlichkeit wird auch noch dem vorherigen Antrag zugestanden.

Nun geht es um die Mülleimer am Teufelssee. Die Verwaltung schätzt aus ihrer Erfahrung ein, dass größere und mehr Müllbehälter zusätzlichen Abfall anziehen. Angesichts der zunehmenden Einwohnerzahl wäre ein zusätzlicher Eimer eigentlich angemessen, meint Linda. Stimmt.
Auch dieser Antrag wird einstimmig angenommen und für dringlich erklärt.

Jetzt: „Spielplätze in privaten Bauvorhaben“ Den Antrag hatten wir schon öfter in der Spielplatzkommission. Herr zu Lynar beschreibt, was die beteiligten Ämter zur Praxis besprochen haben und dass sich die verschiedenen Verwaltungen besser vernetzen wollen. Der Antrag wird von der SPD selbst verschoben.

Aus den Mitteilungen und Fragen:
– Vom Klimaschutzmanagement Klausenerplatz:
* Das Repair-Café am Klausenerplatz wird gut angenommen.
* In der Seelingstraße gibt es jetzt eine Bücherbox.
* In der Nehringschule ist eine Projektwoche zum Klimaschutz geplant. Ein sogenanntes Stadtspiel soll ebenfalls eröffnet werden.
* Am 23.03., 16:30 Uhr findet im Rathaus eine erweiterte Steuerungsrunde des Klimaschutzmanagements mit allen Akteuren, den Fraktionen usw. statt.
– Ein Flyer zum Berliner Schallschutzfensterprogramms wird verteilt.
+ Was aus der Telefonzelle am Fehrbelliner Platz wird, weiß niemand. Ursprünglich sollte da auch eine Bücherbox hinein.

Ansonsten werden noch allseits Frohe Weihnachten etc. gewünscht.

Der andere Sitzungssaal ist bereits verschlossen und was jetzt aus meinem Antrag geworden ist, weiß ich nicht. Sehr ärgerlich.

Ausschusshopping Umwelt – Haushalt

Reichlich Gäste haben sich im Umweltausschuss zum Thema „Müllabsauganlage Schlangenbader Straße“ eingefunden. Zum zukünftigen Müllkonzept gibt es einen Vortrag mit Präsentation von Frau Benkenstein von der degewo.
Ein Teil der Entsorgungsanlage gehört der degewo, der andere der BSR. Im Berliner Durchschnitt landen nur 48% des Weggeworfenen im gewöhnlichen Hausmüll, in der Müllabsauganlage Schlangenbader Straße 87%. Nach einer Umfrage bei den Mietern würden diese ihren Müll ohne den Müllschlucker ungefähr wie alle Berliner_innen trennen. Damit würden auch die Nebenkosten sinken. Eine Sanierung und zeitgemäße Wartung der Anlage wäre dagegen sehr teuer.

Die Mieterinitiative befürchtet eine zusätzliche ökologische Belastung, eine Verkleinerung der Ruhezonen an den Häusern und Verlust von Komfort. Kritisiert wird, dass die degewo die Mieter_innen nicht ausreichend zum Thema Mülltrennung schult und dass die vorhandene Anlage einfach vernachlässigt wurde und deshalb nun mangelhaft („auf dem Stand der 70er Jahre“) ist. Befürchtet wird auch, dass die Schließung ebenfalls reichlich Geld kosten könnte.

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Einschub Haushaltsausschuss (findet im Nebenraum statt):
Der Antrag zur fairen Beschaffung von Schutz- und Arbeitskleidung wird vertagt. Die SPD will noch mal juristisch prüfen lassen, Herr Naumann scheint wenig begeistert und sowohl er als auch ich informieren uns im Detail nochmal in Bremen, wie es dort funktioniert.
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Wieder zurück im Umweltausschuss: der Tagesordnungspunkt Müllschlucker ist noch akut und ich bin jetzt nicht ganz über die Diskussion auf dem Laufenden. degewo/BSR und Mieterini scheinen sich zumindest nicht nähergekommen zu sein. Frau Siele sagt, dass es das Problem der anscheinend niemals gewarteten Anlage schon vor sieben Jahren in der BVV gegeben haben soll. Warum wurde es damals eigentlich nicht gelöst?
Im Ausschuss sind wir jetzt auch nur ein bisschen gescheiter als vorher. Ob es ausreicht, um dem Antrag der CDU (DS 1032/4) zu- oder dagegenzustimmen? Ich finde es schon mal sehr freundlich von der CDU, sich hier so nett für Mieter_innenrechte bzw. -wünsche auszusprechen. Alle anderen Fraktionen äußern sich – nachvollziehbar – gegen den Erhalt der Müllschluckanlage. Dass es dazu allerdings so vieler Wortmeldungen bedarf ……

Antrag „Umweltverbund stärken – Keine Sonderprivilegien für E-Pkw“ der SPD: seine Begründung nutzt Herr Dr. Murach hauptsächlich zum Lob seiner Partei auf allen möglichen Ebenen, während ich praktische Argumente kaum heraushöre. Außerdem wird dabei gleich mal noch der halbe Text geändert. Alle Anwesenden finden E-Mobilität schick, trotzdem stimmt die CDU dagegen.

Weil die Zeit um ist, gibt es nur noch ein paar Mitteilungen:
* Seit diesem Monat gibt es ein Repaircafé bei abw (jeden ersten Mittwoch?)
* Wegen drei Baumaßnahmen werden 80 + 38 + 7 Bäume gefällt.
* Schienenlärm wird ab nächstes Jahr nicht mehr priviligiert gegenüber anderem Lärm berechnet. Bisher musste erst bei einem höheren Wert Schallschutzmaßahmen usw. vorgenommen werden.

Ach ja, Frau Drews hatte zum Einstand als Ausschussvorsitzende Krapfen für alle mitgebracht.

Umweltausschuss an neuem Ort mit neuer Vorsitzender

Erstmalig findet der Ausschuss im Rathaus Charlottenburg und ohne Jenny Wieland statt. Frau Siele, die stellvertretende Vorsitzende leitet die Sitzung.

Herr Birger Prüter stellt sich vor und „freut sich sehr“ hier zu sein. Seit sechs Woche hat er sich eingearbeitet, berichtet er. 42 Maßnahmen sollen umgesetzt werden, die er sich angesehen hat, ebenso wie den Kiez, Beteiligte usw. Er sieht sich hauptsächlich als Motivator und das Klimaschutzmaagement als Bündelung von Aktivitäten und Öffentlichkeitsarbeiter. Zurzeit ist als erste Aktion die Caritas bei „bedürftigen Leuten“ unterwegs, macht einen Energiecheck und tauscht alte Glühbirnen und dergleichen kostenlos aus. Diese sollen, aus irgendwelchen Gründen, in einem Schaufenster ausgestellt werden. Eine Steuerungsgruppe wird gegründet, die die Prioritäten aus den 42 Maßnahmen – ca. 10 sollen in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden – festlegt.
Es gibt ein Klimabüro, das sich gerne ansprechen lässt:
Nehringstraße 8, Raum 6 (im Seniorenclub), 14059 Berlin
Tel.: 9029-24 387
klimaschutz-klausenerplatz@charlottenburg-wilmersdorf.de
Sprechzeiten: Dienstag: 9 – 12 Uhr und Donnerstag: 14 – 18 Uhr
Ansonsten gibt es alsbald wohl noch eine Webseite.

Es wird versucht, die GEWOBAG (ca. 40%) und die übrigen Hausbesitzer zu informieren, wie sie die Sanierungskosten senken können, um die Mieter nicht allzu sehr zu belasten. Das klingt doch schon wieder nach „wenn möglich“, also nicht sehr vertrauenserweckend. Wie viele der aktuellen Mieterinnen und Mieter in fünf Jahren noch im Kiez wohnen werden?

Eigentlich sollte jetzt eine neue Ausschussvorsitzende gewählt werden, aber die Kandidatin Frau Drews ist noch nicht da.

Also gibt es erst die Mitteilungen aus der und Fragen an die Verwaltung, u. a.:
* Am 27.08. ist das Umwelt- und Naturschutzamt ins Mosse-Stift umgezogen.
* Es gibt ein Projekt zur Förderung von Honigbienen. An mehreren Standorten, u. a. im ehemalige Wildtiergehege im Jugfernheidepark, wird jetzt geimkert.
* Auch in diesem Jahr wird es eine Reinigungsaktion der Grunewaldseen geben. Es werde noch Helfende gesucht, die Hornblattpflanzen entfernen.
* Am Herthasee fallen manchmal Bäume ins Wasser, wie Herr Fenske anmerkt. Öffentliche werden wohl vom Grünflächenamt einmal im Jahr entfernt, bei privaten Bäumen werden die Besitzer_innen aufgefordert, es zu tun.
* Die Reinigung des Wassers, das von der Autobahn in den Halensee rinnt, ist erfolgreich. Noch gibt es irgendwelche Bakterien unbekannter Herkunft am südlichen Ufer, aber 2016 soll wieder gebadet werden dürfen.

Frau Drews kommt und wird als neue Vorsitzende gewählt.

Thema Lärmschutz

In diesem Mai hat sich so mancher Termin verschoben und auch der Umweltausschuss tagte erst heute und zwar zusammen mit dem Ausschuss für Wirtschaft, Ordnung und Verkehr (WiOV). Das einzige Thema war dabei Lärmschutz, etwas das neben Verkehr vor allem im Ausschuss für Eingaben und Beschwerden regelmäßig vorkommt.

Heute hielt Herr Diekmann von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einen Vortrag zum Lärmaktionsplan, in dem es in der Hauptsache um Maßnahmen im Straßenverkehr ging. Es war also wieder einer jener Umweltausschüsse, die für mich unter Weiterbildung laufen und daher meistens ziemlich interessant sind. Dass beispielsweise eine andere Anordnung von Fahrspuren Wirkung zeigen kann, war jetzt nichts, das mir irgendwann bewusst aufgefallen wäre oder dass die Breite von Reifen Einfluss auf den Geräuschpegel hat.
Eine weitere Erkenntnis war, dass die Bahn anscheinend wenig kooperativ bei dem Thema ist und dass die längst schon fälligen Daten für den aktuellen „Lärmatlas“ fehlen. Und auch, dass Straßenfeste meistens leiser sind als der Verkehr.
Warum es mit dem Kommunismus – laut Lenin gleich „Sowjetmacht + Elektrifizierung des ganzen Landes“ – noch nicht geklappt hat, ist jetzt auch klar: Es liegt auch daran, dass sich die Deutsche Bahn bislang mit der (lärmmindernden) Elektrifizierung des Südrings zurückhält ……

BSR-Betriebshof Forckenbeckstraße

Das war ja ein richtig schöner Außentermin: bei der BSR in der Forckenbeckstraße – und nicht nur, weil die Gastgebenden belegte Brötchen, Kaffee und andere Getränke vorbereitet hatten. Schade, dass ich zwischendurch gar nicht mehr nach Hause gekommen war, wo meine Kamera lag. Mein jüngster Enkel, der hätte sich bestimmt über Fotos des Fuhrparks gefreut und ich hätte ihm welche schicken können, auf denen – im Gegensatz zu seinen Bilderbüchern – auch Arbeiterinnen zu sehen gewesen wären. Die BS hat nämlich nicht nur eine Chefin, sondern inzwischen auch 12% Frauen bei der Straßenreinigung und bei den Neueinstellungen seit dem Ende es Personalabbaus 2009 sind immer mindestens die Hälfte Frauen.

Bevor wir uns auf dem Hof umschauen konnten, gab es allerdings noch eine Einführung in die Struktur des Betriebs und reichlich Informationen zu Arbeitsweise und anderem Wissenswerten.
Davor hatte ich, ungewollt, noch ein wenig Durcheinander verursacht, weil kein Mitglied des Ausschusses die Vertretungsregelung zwischen den Piraten und mir kannte. Linda Behrendt ist leider krank und es hatte mit der Mitteilung an die Ausschussvorsitzende nicht rechtzeitig geklappt, dass ich also als Vertretung das Piratenstimmrecht wahrnehmen könnte. Dass daraus eine etwas längere Diskussion wurde, war mir ein bisschen unangenehm. Nun kennt aber vermutlich niemand entsprechende Feinheiten im Berliner Bezirksverwaltungsgesetz (ebenso wie die gesetzlichen Regelungen in anderen Bundesländern) so gut wie die Piratenfraktion und ich und die Leute, die sich vor rund einem Jahr im Ältestenrat damit konfrontiert sahen. Größeren Fraktionen stellen sich solche Fragen ja eher nicht.

Irgendeinen Einfluss hatte die Sache letztendlich gar nicht, denn beim Antrag der Grünen zum Erhalt von Altglascontainern in Häusern bzw. Wohnanlagen waren ohnehin alle einer Meinung. Da, wo ich wohne, würde sich nichts ändern, weil es keine Glascontainer gibt, was ich immer wieder schade finde. Einen allgemeinen Abbau der öffentlichen Sammelbehälter, auch Iglus genannt, den sich einige am liebsten wünschten, kann ich folglich nicht befürworten.

Ansonsten wurde bekannt gegeben, dass das Faire Frühstück in diesem Jahr am 26.04. auf dem Kläre-Bloch-Platz stattfinden wird, was ich als Mitglied der Fairtrade Town-Steuerungsgruppe schon wusste und worauf ich mich bereits freue, selbst wenn es auch diesmal wieder regnen sollte.
Das Auswahlverfahren für einen Klimaschutzmanager oder eine Klimaschutzmanagerin für den Ökokiez wird vermutlich bis zum 1. Mai abgeschlossen.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat Informationen zum Energiewendegesetz auf ihren Internetseiten veröffentlicht.
Außerdem erkundigte sich ein Ausschussmitglied nach der Sinnhaftigkeit der Korksammelstellen in den Rathäusern. Eine Antwort darauf konnte mit Sicherheit niemand geben, außer dass es sich dabei um eine berlinweite Sammlung handelt. Da wird es beim nächsten Mal nähere Auskünfte geben.

Ein Nachteil des Auswärtstermins war dann allerdings der etwas weitere Weg zurück ins Rathaus, wo die Veranstaltung „Licht der Religionen“ bereits um 19 Uhr anfing. Immerhin, einen Teil davon bakam ich noch mit.

Umweltausschuss – diesmal zum Thema Winterdienst

Und wieder was gelernt: diesmal über Streusalz im Winterdienst der BSR. Jetzt weiß ich auch, warum meine Straße eher selten geräumt wird, denn sie gehört in die „Einsatzstufe E2“ und die kommt erst dran wenn die größeren Straßen freigeräumt oder gestreut worden sind. Der Gast von der BSR beschrieb auch genau, wie das mit dem Streusalz gehalten wird und welche Maßnahmen die Stadtreinigung ergreift, um die strengen Umweltschutzbestimmungen einzuhalten. Am Ende seines Vortrages lud er den Ausschuss zu einem Besuch auf einem Betriebshof ein und das wird bestimmt ein interessanter Termin werden.
Ach ja, und inzwischen arbeiten auch über 200 Frauen bei der BSR, die ja seit den Zeiten des „rot“-roten Senats auch eine Vorstandsvorsitzende und eine vergleichsweise erfreuliche Frauenquote im Aufsichtsrat hat.

Der Antrag von SPD und Grünen „Den Koalitionsvertrag auf Bundesebene für die Lärmsanierung der Bundesfernwege im Bezirk nutzen“ wurde einstimmig angenommen. Ach ja, was nicht so alles im Koalitionsvertrag steht …. und was dann möglicherweise daraus wird ….

Für die Jahresplanung gab es mehrere interessante Ideen, am besten gefiel mir „Wildtiere im Bezirk“ von Linda Behrendt. Ob es denn inzwischen doch Wölfe gibt, wie letztes Jahr in einem Aprilscherz erwähnt worden war? Möglich ist es.

Ansonsten wurde noch berichtet, dass Frau Jantzen wegen der Altglascontainer in/bei Häusern an den Senat und die BSR geschrieben hat.
Auch, dass am 18. die Bewerbungsgespräche für die Stelle eines Klimamanagers bzw. einer Klimamanagerin stattfinden sollen und es 44 Berwerbungen gibt.
Auf der Grünen Woche wurde verbotenes Fleisch von Walen (?) und Bären beschlagnahmt, wobei letzteres wohl doch legal war. Was damit geschah, wurde leider nicht gesagt und ich fände es sehr schade, hätte man es vernichtet. Das würde den Tieren, die ohnehin schon tot sind, absolut nicht gerecht.
Weiterhin wurde berichtet, dass ein Parkplatz an der Teufelsbergchaussee teilweise entsiegelt werden soll, als Ersatzmaßnahme für eine Baumaßnahme an anderer stelle.
Und schließlich gab es noch die Meldung von gefällten oder zu fällenden Bäumen.

Dabei überzog der Ausschuss um fast eine halbe Stunde und der Weg zum Bezirkselternausschuss Kita im Rathaus Charlottenburg lohnte sich nicht mehr, was mich dann doch ziemlich ärgerte.

Im Effizienzhaus

Ach ja, Terminüberschneidungen! Genau gleichzeitig zum Gedenken an die Pogromnacht am Gleis 17 war der Umwelt-Ausschuss angesetzt. An der Stelle haben Ausschussmitglieder allerdings kaum Wahlmöglichkeiten.

Sitzung ist dafür nicht nicht das richtige Wort, denn es stand wieder eine jener lehrreichen Exkursion auf dem Programm, bei denen ich gerne Neues lerne. In der Fasanenstraße steht nämlich das „Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität„, einen von mehreren Prototypen für energieeffiziente Gebäude, die es an verschiedenen Orten im Land gibt oder noch geben wird.

effizienzhausDas Aussehen des Gebäudes ist sicher Geschmacksache und die fehlende Barrierefreiheit ein Manko, das bei aller technischen Fortschrittlichkeit eigentlich nicht hätte sein dürfen. An sich kann ich einen Besuch des Hauses (Details finden sich unter dem Link weiter oben) sehe empfehlen, denn es wurden darin viele interessante Ideen umgesetzt. Von der elektronischen Steuerung aller technischen vorgänge abgesehen, war ich vor allem vom Außenwandaufbau entzückt: zur Dämmung dienten Altpapier und Hanf. Das ließe sich doch gewiss vergleichsweise bald auch für konventionelle Bauten anwenden und das Material kostet nicht die Welt.
Insgesamt ist so ein Projekt auf absehbare Zeit wohl nur für Wohlhabende und entsprechende Mehrfamilienhäuser, z. B. in Frankfurt, enthalten nur Luxuswohnungen. Schade! Es wäre doch eine logische und vernünftige Idee, solche Entwicklungen massivst zu fördern, damit sie nicht erst in 100 oder mehr Jahren auch im sozialen Wohnungsbau (der seinen Namen verdienen sollte!) ankommen. Und wie viel attraktiver wäre – ja ich weiß, das finden jetzt einige Leute ziemlich verschroben …. – ein Gebäude auf neuestem technischen Stand anstelle jener Schlossattrappe, die durch ihre zahlreichen Sonderbauteile mindestens genauso teuer wird. So etwas wäre erst recht eine Attraktion für den Tourismus und Berlin könnte sich als die innovative Stadt zeigen, die es immer gerne wäre.

Darüber wurde im Ausschuss aber nicht gesprochen. Was noch kam, waren die amtlichen Mitteilungen. Unter anderem wurde berichtet, dass demnächst der Jungfernheidesee abgefischt wird und dass das Fischereiamt prüfen wird, ob und welche Raubfische in Zukunft dort ausgesetzt werden, was vor allem einen Bürgerdeputierten sogleich zu detaillierten Überlegungen bewegte. Die jetzt herausgeholten Fische bekommt übrigens der Zoo bzw. die dortigen Robben und andere Tiere.

Nur ein bisschen Umweltausschuss

Wie schon erwähnt, bringt der Wahlkampf so manche Terminkollision mit sich – und das dauerschlechte Gewissen, nicht genug zu tun. Weil heute der Bezirkselternausschuss Kita im anderen Rathaus eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidatinnen und -kandidaten des Bezirks angesetzt hatte, musste ich früher vom Umweltausschuss losgehen.

Auf diese Weise habe ich nur die schöne Präsentation des Konzepts der Umgestaltung des Fennsees, mit dem Schwerpunkt auf Uferrenaturierung, mitbekommen. Viele hübsche Ideen sollen den See attraktiver für Pflanzen, Tiere und Menschen machen und die Wasserqualität verbessern. Dabei wurde Schilf an den Ufern vorgesehen, schwimmende Pflanzeninseln, Spielgeräte mit Wasser, Stege direkt am See, ein Lehrpfad und auch ein paar technische Feinheiten für die Wasserzirkulation. Menschen sollen sich nur am Ostteil des Sees aufhalten, der Westteil bleibt für Vögel und andere Anwohner.
Das Ganze war nur ein erster Entwurf, für dessen Umsetzung Förderanträge nach Naturschutzgeldern gestellt werden müssen. Die benötigten rund 2 Millionen Euro hat unser Bezirk ja nicht. Dennoch kamen gleich jede Menge kritischer Fragen und Bedenken auf, beispielsweise nach der Einbruchgefahr bei Eis im Winter, nach der Möglichkeit zu ertrinken, nach Beleuchtung zur Sicherheit usw. Gleichzeitig wurde teilweise zu wenig Natur bei der Renaturierung bemängelt und irgendwie passte das gar nicht zusammen. Entweder möchte man Natur oder „Zivilisation“, hier: umfassende Sicherheit. Wasser und die Gewährleistung, dass da nie jemand hineinfällt, geht zum Beispiel halt nicht.

Energiefragen im Bezirk, Bäume, …. und Wölfe

Diesmal handelte es sich beim lehrreichen Bericht um die Vorstellung des Energieberichts durch – ja, so etwas gibt es – den Energiebeauftragten des Bezirks. Herr Kalinkat kümmert sich um rund 200 Liegenschaften, das heißt Schulen, Sporthallen, Geräteschuppen und andere Gebäude, und kann eine recht ordentliche Bilanz seiner Arbeit nachweisen. Hierzu gehört die Umrüstung von Heizungen auf Fernwärme ebenso wie der Bau von solarthermischen Anlagen für Warmwasser in Umkleidehäuschen und auch die Vergabe von dafür nutzbaren Dächern an die Solardachbörse usw. Um noch effektiver zu sein, fehlen ihm – wie überall im Bezirk – Geld und Personal. Ach ja, das alte Thema!

Ansonsten gab es verschiedene Meldungen, u. a. dass die Gartenarbeitsschule als Pilotprojekt „Bodengarten“ ausgewählt wurde.
In einem Brief stellte Herr Gaebler von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sinngemäß fest, dass er keine Zeit und eigentlich wenig Lust hätte, sich um Anfragen aus den Bezirken bzw. um Anträge oder Beschlüsse der BVVen zu kümmern. Nanu? Das wird wohl nicht das Ende des Briefwechsels gewesen sein.
In der Seesener Straße werden 10 Bäume gefällt und am Ostermontag wurden anscheinend drei Wölfe im Grunewald gesichtet.