Häusliche Gewalt und seltsame Vorstellungen darüber

Manchmal ist der Ausschuss für Gender-Mainstreaming ein bisschen anstrengend. Heute war er es besonders und weil ich niemanden kränken möchte, fasse ich die Sache vergleichsweise kurz zusammen.

Nach den Berichten von Herrn Naumann war das Hauptthema „Häusliche Gewalt“, wozu ein Herr und eine Dame vom Landeskriminalamt eine Präsentation vorbereitet hatten. Hierbei stellten sie die Entwicklung bei der Polizei, die sich in den letzten Jahren doch ziemlich sensibilisiert hat und zahlreiche Ansprechpersonen im Notfall bereit hält.
Die erste Studie zu Gewalt gegen Frauen wurde 2003 durchgeführt und sollte im Internet zu finden sein. Die vermutete hohe Dunkelziffer ist darin natürlich nicht enthalten und woran damals kaum jemand dachte, war eine Betrachtung der Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen, die vergleichsweise hoch sein dürfte.
Eine bundeseinheitliche Definition zu Häuslicher Gewalt existiert bislang nicht. Von daher entfallen Vergleiche der einzelnen Bundesländer. Für Berlin gab es die statistische Entwicklung in den Jahren 2006 bis 2014 zu sehen. Die einzige auffällige Entwicklung fand im signifikanten Anstieg von 2007 auf 2008 statt. Allerdings ist seit 2008 Stalking als Straftatbestand dazugekommen, was ich übrigens sehr richtig finde.
Die Zahlen waren nur bedingt aussagekräftig, da nur einzelne Täter_innen und nicht die Anzahl der Taten erfasst wurde. Es wurde auch nicht nach gleich- und verschiedengeschlechtlichen Beziehungen unterschieden, auch nicht nach der Schwere der Gewalt. Manch interessante Frage blieb also offen.
Weiterhin führt die Polizei Antigewalttrainigs und Prävention, auch an Schulen, durch. Wenn es speziell um häusliche Gewalt geht, wäre jedoch BIG anzusprechen.

Die anschließende Fragerunde möchte ich gar nicht wiedergeben (siehe oben). Was da teilweise an rassistischem, klassistischem und gewöhnlichem Unsinn von einigen Anwesenden geäußert wurde, verdient vergessen zu werden. Da konnte auch die Sitzungsleitung – heute Frau Halten-Bartels in Vertretung unserer neuen Vorsitzenden – wenig machen. Ich möchte jedenfalls lieber nicht wissen, was sich die beiden Leute von der Polizei nachher über uns dachten.

Schließlich stellte Frau Böhm noch einmmal den 25.11., den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, vor. In der Vergangenheit verpackten Bezirksverordnete an dem Tag in Kaisers-Filialen Brötchen in spezielle Tüten mit dem Motte „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Die Resonanz darauf fiel sehr unterschiedlich aus und im Vorjahr entfiel diese Aktion, da wir ja monatelang keine Gleichstellungsbeauftragte hatten. In irgendeiner BVV hatte ich danach „spontan“ gefragt.
Carolina Böhm überlegt zurzeit, wie der 25.11. in Zukunft im Bezirk begangen werden sollte. Vielleicht durch eine zentrale Veranstaltung? Anregungen werden bis zum nächsten Ausschuss gesammelt und Frau Böhm findet bis dahin heraus, ob Kaisers die Backshop-Filialen überhaupt weiterbetreiben wird.

Gut, dass danach 19 Uhr und Schluss war. Anschließend brachte mir Sigi Schlosser aus dem Ausschuss für Bürgerdienste noch eine erfreuliche Nachricht: es ist geplant, demnächst die Männertoilette an der Bibliothek zur Unisex-Toilette umzuwandeln. Dass ich das noch erleben darf! Fast zwei Jahre, nachdem wir unseren Antrag gestellt hatten!

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Veröffentlicht am 20. Mai 2015 in Ausschüsse und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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