Ist das neue Bürgeramt für alle auffindbar?

Aus Sicht mobilitätseingeschränkter Menschen ist das Bürgeramt in den Arcaden erreichbar – zumindest, wenn sie als Kundschaft dorthin wollen oder müssen. Damit ist der Barrierefreiheit, wie sie für jedes öffentliche Gebäude Pflicht sein sollte, aber noch nicht Genüge getan.

Heute fand daher eine Begehung mit unserem Behindertenbeauftragten, Herrn Friedrich, einem Herrn vom ABSV, Frau König, dem Manager der Arcaden und anderen Interessierten statt. Das war auch wichtig und nützlich, denn was gut Sehenden als eine logische und auffindbare Wegführung erscheint, bleibt anderen entweder unauffindbar oder unverständlich.

Dabei gab es wieder viel zu lernen und jetzt weiß ich unter anderem auch, dass die unterschiedliche Pflasterung der Fußgängerzone nicht nur der Dekoration dient, sondern mit ihren verschiedenen Steinen Hinweise für Nicht-Sehende bietet. Zur besseren Verdeutlichung, beispielsweise der Wichtigkeit von hinreichenden Farbkontrasten, hatte der Herr vom ABSV, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe und der kein Kärtchen dabei hatte – ich habe ihm meines gegeben und hoffe sehr, dass er mir mal schreibt – Spezialbrillen zur Simulation erheblicher Sehschwäche dabei.

Für so gut wie alle noch bestehenden Probleme am Gebäude bzw. der Wegführung gibt es geeignete Lösungen, teilweise in unterschiedlichen Preisklassen. Lösungen sind unbedingt notwendig, damit das Bürgeramt – bei aller Kritik daran – für mehr Menchen erreichbar wird. Ziemlich alle Anwesenden betrachteten das ähnlich und Frau König wird sich an der Stelle sicherlich nach Kräften bemühen. Der Manager des Einkaufszentrums dagegen machte mir allerdings den Eindruck, sein Desinteresse nur mühsam und ansatzweise verbergen zu können und ausschließlich an mögliche Kosten zu denken, anstatt zu überlegen, dass sein Haus ein weiteres Werbeargument bekäme, würde es noch barriereärmer. Seine Vorschläge waren jedenfalls, um es höflich zu sagen, etwas dürftig.

Herr Friedrich wird die Tage die Begehung samt Ideen zusammenfassen und herumschicken. Ich hoffe, dass er dabei nicht zu samtpfötig vorgeht. Übrigens: In Österreich könnten Menschen, die sich in den Arcaden auf dem Weg zum Bürgeramt wegen mangelhafter Hinweise verlaufen, ab 2016 klagen – die Bestimmungen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sind dort weiter.

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Veröffentlicht am 13. August 2014 in Veranstaltungen und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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