Antragsfrist 1. April

Das Datum forderte es geradezu heraus und schon vor Monaten haben Merle und ich uns vorgenommen, an dem Tag eine Anfrage oder einen Antrag einzureichen. Es wurde dann eine Kleine Anfrage, bei der sich am Ende herausstellte, dass ein Teil davon eigentlich durchaus ernst zu nehmende Punkte ansprach. Am Rande des Ältestenrats fragte mich jedoch Herr Ottenberg, ob die Sache nur ein Scherz wäre und er damit die Angestellten in der Verwaltung, die sowieso überarbeitet wären, lieber nicht behelligen sollte. Ich habe ihm versprochen, die Anfrage noch einmal auf ihre tatsächlich wesentlichen Punkte zusammenzukürzen – Werktätige zu ärgern, ist bekanntlich niemals unsere Absicht.

Allerdings hatte ich am 31. März noch eine Anregung aus einer befreundeten Fraktion erhalten, der ich nun gar nicht widerstehen konnte, woraufhin ich noch in der Nacht folgenden Antrag einreichen musste:
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Sparsamer Umgang mit Buchstaben

Die BVV möge beschließen:

Der bei der geplanten Umbenennung der Joachimstaler Straße zu ergänzende Buchstabe „h“ wird dem Lehniner Platz entnommen. Die bei letzterem in der Folge nicht mehr benötigten Buchstaben „e“ und „r“ werden an geeigneter Stelle gelagert und für in Zukunft stattfindende Straßennamensänderungen vorgehalten.

Begründung:

In Zeiten vielerorts fehlender Mittel gilt es auch an bislang noch unbeachteten Stellen zu sparen. Zu recht wurde bei der Frage der Umbenennung der Joachimstaler Straße, entsprechend den Wünschen der Stadt Joachimsthal, auch der finanzielle Aspekt erwähnt. Da der hier fehlende Buchstabe „h“ an anderen Stellen unseres Bezirks reichlich vorhanden ist, sollte darauf zurückgegriffen werden.

Im Falle des Lehniner Platzes als „h“-Lieferant ergibt sich die günstige Möglichkeit, gleich weitere Buchstaben für eventuelle spätere Verwendung zu sparen. Sich dabei neu ergebende Namensverbindungen zu einer historisch bedeutenden Persönlichkeit, welche sich nicht nur des Öfteren in unserer Stadt aufhielt, sondern deren weitere Karriere auch vom damals existierenden Kaiserreich freundlich unterstützt wurde, wären geeignet, unseren Bezirk international bekannter zu machen.
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Insgeheim hatte ich damit gerechnet, den Antrag von Herrn Ottenberg postwendend zurückzubekommen, aber das BVV-Büro hat offensichtlich Humor und so lag er mit der Drucksachennummer DS 0909/4 im Ältestenrat vor. Frau Stückler fragte mich auch ganz offiziell und ernsthaft, ob ich mir denn schon Gedanken darüber gemacht hätte, wo – angesichts der bekannten Raumnot – die Zwischenlagerung der Buchstaben stattfinden sollte …..
Natürlich habe ich de Antrag artig zurückgezogen und mich gefreut, dass ich anscheiend nicht die Einzige war, die damit ein bisschen Spaß hatte.

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Veröffentlicht am 2. April 2014 in andere Sitzungen und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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