Im Effizienzhaus

Ach ja, Terminüberschneidungen! Genau gleichzeitig zum Gedenken an die Pogromnacht am Gleis 17 war der Umwelt-Ausschuss angesetzt. An der Stelle haben Ausschussmitglieder allerdings kaum Wahlmöglichkeiten.

Sitzung ist dafür nicht nicht das richtige Wort, denn es stand wieder eine jener lehrreichen Exkursion auf dem Programm, bei denen ich gerne Neues lerne. In der Fasanenstraße steht nämlich das „Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität„, einen von mehreren Prototypen für energieeffiziente Gebäude, die es an verschiedenen Orten im Land gibt oder noch geben wird.

effizienzhausDas Aussehen des Gebäudes ist sicher Geschmacksache und die fehlende Barrierefreiheit ein Manko, das bei aller technischen Fortschrittlichkeit eigentlich nicht hätte sein dürfen. An sich kann ich einen Besuch des Hauses (Details finden sich unter dem Link weiter oben) sehe empfehlen, denn es wurden darin viele interessante Ideen umgesetzt. Von der elektronischen Steuerung aller technischen vorgänge abgesehen, war ich vor allem vom Außenwandaufbau entzückt: zur Dämmung dienten Altpapier und Hanf. Das ließe sich doch gewiss vergleichsweise bald auch für konventionelle Bauten anwenden und das Material kostet nicht die Welt.
Insgesamt ist so ein Projekt auf absehbare Zeit wohl nur für Wohlhabende und entsprechende Mehrfamilienhäuser, z. B. in Frankfurt, enthalten nur Luxuswohnungen. Schade! Es wäre doch eine logische und vernünftige Idee, solche Entwicklungen massivst zu fördern, damit sie nicht erst in 100 oder mehr Jahren auch im sozialen Wohnungsbau (der seinen Namen verdienen sollte!) ankommen. Und wie viel attraktiver wäre – ja ich weiß, das finden jetzt einige Leute ziemlich verschroben …. – ein Gebäude auf neuestem technischen Stand anstelle jener Schlossattrappe, die durch ihre zahlreichen Sonderbauteile mindestens genauso teuer wird. So etwas wäre erst recht eine Attraktion für den Tourismus und Berlin könnte sich als die innovative Stadt zeigen, die es immer gerne wäre.

Darüber wurde im Ausschuss aber nicht gesprochen. Was noch kam, waren die amtlichen Mitteilungen. Unter anderem wurde berichtet, dass demnächst der Jungfernheidesee abgefischt wird und dass das Fischereiamt prüfen wird, ob und welche Raubfische in Zukunft dort ausgesetzt werden, was vor allem einen Bürgerdeputierten sogleich zu detaillierten Überlegungen bewegte. Die jetzt herausgeholten Fische bekommt übrigens der Zoo bzw. die dortigen Robben und andere Tiere.

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Veröffentlicht am 8. November 2013 in Ausschüsse und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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