Häusliche Gewalt (Gender-Ausschuss)

Das Hauptthema im heutigen Ausschuss für Gender-Mainstreaming war häusliche Gewalt, worüber Frau Schneider, die Geschäftsführerin der BIG Koordinierung referierte. Alle Informationen und Hilfsangebote finden sich auf den Internetseiten der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG), wo aber auch Männer bei Bedarf an die richtige Hilfestelle für sie weitergeleitet werden. Diese möchte ich hier nicht wiederholen und nur alle, die von Gewalt bedroht oder gar betroffen sind, ganz herzlich ermuntern, sich von den kompetenten und sympathischen Frauen beraten zu lassen und keinen Moment zu warten. Die Erfahrung lehrt: es wird von alleine nicht besser!

Wenngleich jeder einzelne Fall einer zuviel ist, so interessieren in dem Zusammenhang natürlich Zahlen und Statistiken, um überhaupt eine Vorstellung über das Ausmaß der Sache zu bekommen. Diese wird Frau Schneider im Detail erst nachliefern. Sie sprach aber von rund 16.000 Meldungen alleine im Jahr 2011 an die Polizei und 18.000 an die Hotline von BIG, was erschreckend ist, dabei ist die Dunkelziffer unbekannt. Eine interessante Studie der Universität Bielefeld von 2009 ist ansonsten auf den Seiten des Bundesfailienministeriums zu finden.
Weil in letzter Zeit immer wieder von bestimmten Leuten darauf hingewisen wird, dass doch auch Frauen gewalttätig wären, dazu nur so viel: In rund dreiviertel aller Fälle sind Frauen die Opfer, der Rest Männer in homo- und heterosexuellem (hier: teilweise „Gegenanzeigen“) Zusammenhang.
Ansonsten ging es noch um Prävention und welche Maßnahmen BIG hier bislang durchführt. Erwähnt wurde auch eine neue Beratungsstelle der Caritas im Bezik für Paare und Familien „Jetzt mal anders – Ohne Gewalt klarkommen„.

Wenn sich das jetzt alles vergleichsweise übersachlich und distanziert liest, liegt es daran, dass mich das Thema zu sehr berührt und mich schon im Ausschuss quasi lähmte. Es ist zu schrecklich und mit zu vielen Gesichtern verbunden. Da statistisch gesehen jede vierte Frau in Deutschland mindestens einmal im Leben davon betroffen ist, kennt doch jede_r jemanden …..

Einen Gutpunkt hat sich danach noch Bü+rgermeister Naumann bei mir verdient, als er auf die unverantwortliche Mittelkürzung des Senats mitten im Haushaltsjahr für die Lesbenberatung und die Familienberatung BALANCE hinwies. Das Geld würde für ein Projekt für wohnungslose Frauen gebraucht, was zwar eine lobenswerte und nützliche Einrichtung ist, aber es darf doch nicht sein, dass hier ein wichtiges Frauenprojekt auf Kosten anderer ebenso wichtiger gefördert wird. Mehr Geld für Frauen, Herr Finanzsenator!

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Veröffentlicht am 15. Mai 2013 in Ausschüsse und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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