Suche nach dem Sportausschuss

Wenn man sich auf die schriftliche Einladung verlässt und nicht noch einmal kurz vorher auf den Seiten des Bezirksamts nachsieht, kann es vorkommen, dass man als Verordnete vor verschlossener Tür steht. Das war heute beim Sportausschuss der Fall. Zum Glück traf sich im Nebenraum 1138 im Rathaus Wilmersdorf ein anderer Ausschuss und Sigi Schlosser konnte mir verraten, dass ich eigentlich im Gesundheitspark in der Forckenbeckstraße hätte sein sollen. Das war mehr als ärgerlich. Gerade heute, wo ich doch das erste Mal in einem Ausschuss mitabstimmen durfte! Holger Pabst war nämlich krank und ich durfte ihn samt Piratenstimme vertreten. Beim Aussteigen aus dem Taxi – ich wollte mich nicht auch noch verlaufen – traf ich einen Bürgerdeputierten, der ebenfalls nicht über die Ortsänderung informiert worden war und ich denke, dass ich mich da beim nächsten Ältestenrat beschweren werde. So geht’s nicht.

So versäumte ich einen Großteil der Vorstellung des Gesundheitsparks und bekam nur noch mit, dass das Zentrum für Sportmedizin in den Olympiapark umziehen soll und der Gesundheitssport in der Clayallee bleibt. Das schien niemanden zu stören und gab also keine Diskussion. Etwas länger gesprochen wurde zum Punkt „Zusammenarbeit Gender und Sport“, obwohl das Thema außer der stellvertretenden Ausschussvorsitzenden, die heute die Sitzung leitete, den Herrn vom Sportamt und mich niemanden besonders zu interessieren schien. Schade, denn nach wie vor scheinen die meisten Sportvereine irgendwo im vergangenen Jahrtausend hängengeblieben zu sein. Was den Fußball betrifft, kenne ich da die weit verbreitete Mentalität, die ja auch beim BFV vorherrscht, so dass sich letzten Herbst Hannelore Ratzeburg vom DFB genötigt sah, ein paar deutliche Worte zur Zurückgebliebenheit des hiesigen Verbandes zu verlieren. Die meisten Ausschussmitglieder nahmen es einfach, mehr oder weniger achselzuckend hin, dass der Rücklauf einer Umfrage unter allen Vereinen gerade einmal spärliche 8 % betrug. Vereine wären halt nun einmal ein wenig träge und da würde sich sowieso in den nächsten Jahrzehnten nichts ändern. Ach ja, und der Bezirk hätte kein Geld, an der Stelle irgendwie bewusstseinserweiternd einzugreifen. Kann es sein, dass die (meist) Herren selbst in Vereinsvorständen sitzen? Eigentlich solle sich da der Gender-Ausschuss noch einmal kümmern und dann ließe sich gelegentlich mal eine gemeinsame Sitzung durchführen.
Ansonsten liegt wohl unser Bezirk nach Lichtenberg an zweiter Stelle in Berlin, was den Frauenanteil im Sport betrifft: ca. 40 %. Die letzte Untersuchung muss wohl ein ziemlicher und nicht lohnenswerter Aufwand für das Sportamt gewesen sein, so dass der Herr aus der Verwaltung darum bat, das nicht unbedingt gleich zu wiederholen. Über die Nutzung der bezirklichen Sportstätten gibt es kaum zuverlässige Zahlen, weil es mit der Überprüfung mangels Personal schwierig bis unmöglich ist. Dazu kommt, dass gelegentlich Teams Plätze buchen und dann dort nicht erscheinen, was nur durch Zufall, wenn überhaupt, bekannt wird. Einzig die Eissporthalle wird im Herbst eine genaue Analyse ihrer Nutzung vorlegen. Dort sind die technischen Möglichkeiten dafür gegeben.
Bei der Gelegenheit war übrigens noch zu erfahren, dass in der Sportverwaltung ausschließlich Männer arbeiten.

Es gab noch einen Dringlichkeitsbeschluss zur Finanzierung des Ferienschwimmens in der Jungfernheide in diesem Jahr, dem ich auch zugestimmt habe. Der rührige Organisator schilderte dazu wieder recht ausführlich Geschichte und Gegenwart dieser Maßnahme, was aber eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Zwar gibt es dafür gar keine Haushaltsmittel mehr, aber Frau Jantzen versprach, das nötige Geld, ca. 2300 €, aufzutreiben.

Ein bisschen mehr wird die Änderung des Laufbandes in der Julius-Hirsch-Sportanlage kosten: rund 6000 €. Da hatte es ein Werkstattgespräch mit der Künstlerin gegeben, die nun einen Auftrag zur Änderung des Textes erhält. Das Thema soll „Gewalt im Sport“ sein und da alle irgendwie Beteiligten auch in der Jury sitzen werden, dürfte die Angelegenheit endlich zu allgemeiner Zufriedenheit gelöst werden. Die Finanzierung ist zwar noch unklar ….

Ein interessanter Hinweis noch für alle Inlinesportlerinnen und -sportler: Der äußere Teil der Eissporthalle wird demnächst für sie freigegeben.

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Veröffentlicht am 8. Mai 2013 in Ausschüsse und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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