Neuer Beiratsname, eine wunderbare Frau, Feierfragen usw.

Sehr gespannt war ich, ob denn mein Antrag zum Namen des Migra….beirats inzwischen tatsächlich hinfällig geworden ist. Er wurde und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass wir jetzt also einen „Migrationsbeirat“ haben.

Mindestens so interessant wie aufmunternd war die Vorstellung des Elternnetzwerkes für Eltern von Kindern mit Behinderung und Migrationshintergrund. Frau Yevtushenko berichtete von ihrer Arbeit und ich kann mir genau vorstellen, wie sie dabei den Schwerpunkt auf Stärkung der bei ihr Hilfe Suchenden legt und ich bin sicher, dass sie dabei viel Erfolg hat. Vor ihrer Ausstrahlung und ihrem Temperament müssen über kurz oder lang die meisten von ihr beschriebenen Schwierigkeiten und Hindernisse einfach zurückweichen. So ein Vorbild an Zuversicht trifft man nicht oft.

Einer der länger diskutierten Tagesordnungspunkte war ein nett gemeinter Antrag von Frau Pinkvoss-Müller (SPD) zur Gestaltung der Einbürgerungsfeiern. Ebenso wie sie war ich erst bei einer, damals im Dezember und war insgesamt eigentlich angenehm überrascht. Na ja, die Weihnachtslieder des Kinderchores hätten jetzt nicht ganz so religiös sein müssen; es gibt da doch eine große Auswahl in Deutschland mit sehr unterschiedlichen Hauptthemen. Der Antrag wünschte hier eine Art multikultureller Veranstaltung, was aber alle Anwesenden doch etwas zu weit gehend empfanden. Klar, bei der Musik wird es immer – und wie überall – entgegengesetzte Auffassungen geben. Da es sich aber um eine Feier für Leute handelt, die sich viel Mühe gemacht haben, die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen, was ja bekanntlich alles andere als leicht ist, erwarten sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch irgendetwas Deutsches bei der Gelegenheit. Ich habe auch versucht die möglichen „Fettnäpfchen“ aufzuzeigen, in die der Bezirk bei Einbeziehung von Beiträgen diverser Kulturen in bester Absicht geraten könnte – und davon drohen ziemlich viele. So werden sich, möglicherweise unter Lebensgefahr geflohene, Angehörige irgendeiner Minderheit vermutlich nur wenig über ein Lied der Mehrheitsgesellschaft ihres Herkunftsstaates begeistert sein. Und dass die deutsche Bundeshymne, im Gegensatz zur österreichischen, so unerfreulich ungegendert ist, liegt leider nicht in der Verantwortung der BVV. Frau Stückler, die die Feiern organisiert und deshalb extra gekommen war, beschrieb auch, dass jeweils nur rund 500 € für eine Einbürgerungsfeier zur Verfügung stehen, was die Gestaltungsmöglichkeiten ohnehin einschränkt.
Insgesamt waren sich schließlich alle einig, dass der Migrantenbeirat um eine Stellungnahme gebeten werden soll und der Antrag ansonsten an den Ausschuss für Bürgerdienste usw. weitergeleitet wird.

Ansonsten gab’s noch ein paar Terminankündigungen und Kurzinformationen und Herr Stapf von der Bürger Uni Klausenerplatz stellte sein Projekt vor.
Warum unser Bürgermeister die ganze Zeit über so „befindlich“ (= sein Wort) war, hätte ich gerne gewusst. Am neuen Namen des Migrationsbeirats, der ihm ja so gar nicht gefiel, wird es hoffentlich nicht gelegen haben.

Advertisements

Veröffentlicht am 27. März 2013 in Ausschüsse und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: