Wohin fließt bei uns das Regenwasser?

Der Umweltausschuss ist immer wieder sehr lehrreich. So konnte ich heute beispielsweise lernen, dass Regenwasser nicht, wie sich das vermutlich die meisten Menschen vorstellen, vom nächsten Kanal in die Abwasserkanalisation und von dort zu irgendeiner Kläranlage fließt. Zumindest nicht in den meisten Teilen Berlins. Es gibt nämlich eine Extra-Kanalisation für Regenwasser, die dieses dann in einen der verschiedenen Seen, die teilweise vor rund 100 Jahren zu diesem Zweck ausgehoben wurden, leitet.
Das ist an sich ja eine vernünftige Idee und sollte keine Probleme bereiten. Dummerweise gerät aber immer wieder auch Schmutzwasser in die Kanäle und diverser Abfall landet gelegentlich in den Seen, die dann schon einmal zu stinken beginnen. Zwar gibt es meistens Grobfilter für das Regenwasser, aber die reichen nicht aus. Jetzt verstehe ich auch besser, warum die Karpfen aus dem Lietzensee wohl doch nicht zum essen geeignet sind.

Übrigens sind für stehende Gewässer in Berlin die Bezirke zuständig und Frau Hügerich vom Umwelt- und Naturschutzamt stellte ein, von der EU gefördertes Projekt zur Reinigung des Fennsees, der es dringend nötig hatte, vor. Dabei wurde erst einmal aller Müll aus dem See entfernt, worunter sich auch zahlreiche Waffen (!) befanden. Schlamm wurde ausgehoben, reinigende Chemikalien zugefügt und eine neue Lamellen-Filteranlage im Zufluss zum See – die größte Anlage Europas – eingebaut. Wie viel diese Maßnahmen im Detail gebracht haben, konnte ich auf die Schnelle der Tabelle der Präsentation nicht entnehmen und da müsste ich wohl noch einmal direkt beim Amt nachfragen.

In der Diskussion danach ging es auch darum, wie die Seen im Bezirk sauberer gehalten werden könnten. Es fiel wieder das Wort „Patenschaften“, von dem ich von gestern eigentlich noch genug hatte. Es soll jedenfalls demnächst eine Plattform im Internet geben, wo sich diejenigen eintragen können, die Müll sammeln, etwas am Ufer pflanzen oder spenden möchten. Anwohnerinnen und Anwohner der Grunewaldseen sind zum Beispiel bereits jedes Jahr in dieser Hinsicht aktiv.
Ein sehr erstaunlicher Beitrag kam übrigens von einem grünen (!) Bürgerdeputierten, der vorschlug, Überwachungskameras einzusetzen, um feststellen zu können, wer Unrat in den Fennsee wirft.

Ansonsten wurden noch zwei Anträge besprochen, wobei es in einem Fall auch um Gewässer – hier: die Spree – ging, die durch Tagebau in Brandenburg insbesondere mit Eisenoxid belastet sind.
Vom Beginn des Plangenehmigungsverfahrens zum Umbau des Südrings wurde berichtet. Hierbei drohen Konflikte mit der Deutschen Bahn, die es nicht einsieht, Schallschutzmaßnahmen entlang der Strecke vorzunehmen. Ein Vertreter oder eine Vertreterin der Bahn soll demnächst in den Ausschuss eingeladen werden und wir werden sehen, ob dann jemand kommt.

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Veröffentlicht am 12. März 2013 in Ausschüsse und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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