Viel Papier und leider kein Einküchenhaus

So 100%ig wohlauf bin ich immer noch nicht, aber dafür bräuchte ich wohl eine ganze Woche Bettruhe, die ich wohl in absehbarer Zeit nicht bekommen werde. Für den Ältestenrat hat es auf jeden Fall ohne größeren Hustenanfall gereicht, obwohl mehr Papier als sonst vorlag: mehrere Listen von zu wählenden Menschen für den Ehrenamtlichen Dienst, diverse ehrenamtliche Richter und Richterinnen, Mitgliedern verschiedener Beiräte und mehr. Weder kenne ich all diese Leute und teilweise noch nicht einmal ihr tatsächliches Aufgabengebiet. So ganz richtig ist das also nicht, wenn ich da morgen zustimme.
Anfragen und Anträge stehen diesmal auch so reichlich auf der Tagesordnung, dass die BVV bestimmt sehr lange dauern wird. Immerhin soll es zur Abwechslung doch wieder ein Catering geben, was die Sache bestimmt erleichtert.

Schon der Ältestenrat dauerte länger als meistens und weil diesmal der Gender-Ausschuss beim Katholischen Deutschen Frauenbund in der Wundtstraße stattfand, war Zuspätkommen unvermeidlich. Und das war schade, weil ich dadurch einen Teil der Vorstellung des Helene-Weber-Hauses versäumte. Das ist ein Wohnhaus für Frauen, wo die meisten Wohnungen ziemlich klein mit einer Kochnische sind, was mich nicht nur an das wunderschöne Studentinnenwohnheim Fraunhoferstraße erinnerte, sondern auch daran, dass auf der anderen Seite des Lietzensees das damals erste Einküchenhaus von Lily Braun stand. Es böte sich geradezu an und gäbe es im Helene-Weber-Haus die entsprechenden Gemeinschaftseinrichtungen, was leider nicht der Fall ist, hätte ich mich auf der Stelle beworben. Es sei wohl eine Finanzierungsfrage, woran ja schon ähnliche Projekte in der Vergangenheit gescheitert sind, aber über genossenschaftliche Strukturen und Selbstverwaltung müsste es doch möglich sein, alternative Wohnformen in der Stadt zu schaffen, die nicht nur Wohlhabenden – es gibt ein paar entsprechende Projekte / „Beginenhäuser“, teilweise in Planung und meistens auf dem Land – offenstehen. Die Varianten „abgeschlossene Einzelwohnung“ oder „Wohngemeinschaft“ können doch, gerade angesichts der zunehmenden Ein-Personen-Haushalte mit den zugehörigen ökologischen und sozialen Fragen, nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Weiterhin kam das Thema „Frauen in der katholischen Kirche“ – bekanntlich ein einziges Trauerspiel – zur Sprache und es ging um den Bericht zur Umsetzung von Gender Mainstreaming, mit dem nicht nur unsere Gleichstellungsbeauftragte nicht sehr glücklich war. Herr Naumann äußerte sich dabei im Zusammenhang mit der Personalförderung auch zu den Zielen für 2013 und zwar in derart schwurbeligen Marketingdeutsch, dass ich ein paar Mal nachfragen musste, weil ich beim besten Willen nicht verstehen konnte, was er da erzählte, außer dass es – was Wunder? – zu wenig Leute gäbe und sich das meiste nicht umsetzen ließe. Das hätte er auch in klaren Worten sagen können und auch, dass er versuchen möchte, die Stadträte davon zu überzeugen, hier ressortübergreifend zusammenzuarbeiten. Anscheinend ist er auch von seinen SPD-Bürgermeisterkollegen dazu ausersehen worden, sich beim Senat gegen die Personaldeckelung einzusetzen. Dafür wünsche ich ihm aus ganzem Herzen alles Gute, viel Überzeugungskraft und Durchhaltevermögen.

Bei den Terminen sprach unser Bürgermeister übrigens wieder vom „Migrantenbeirat“ und hat also anscheinend meinen Antrag auf Umbenennung noch nicht gesehen.

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Veröffentlicht am 20. Februar 2013 in andere Sitzungen, Ausschüsse und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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