Ausschuss für Toiletten und Bäume

Seltsam, die Namen der meisten Ausschüsse kommen dem, was in ihnen behandelt wird ziemlich nahe. Bei „Tiefbau und Grünflächen“ vermisse ich jedoch immer wieder Tiefbau und Grünflächen, wobei Grünflächen – immerhin ist der Olivaer Platz ein uns wohl noch länger begleitendes Thema – noch vergleichsweise häufig zur Sprache kommen.

Heute stellte eine Architektin dafür vier Entwürfe für den neuen Pavillon, der den bisherigen Kiosk am westlichen Rand des Platzes durch ein Café-Bistro ersetzen soll, vor: viel Glas, Format Schuhschachtel mit oder ohne Rundung. Nichts besonders Spannendes. Heiß diskutiert wurde in der Folge auch weniger das Gebäude selbst, sondern dessen geplante Öffnungszeiten, mit besonderem Augenmerk auf die öffentliche Toilettenbenutzung. Sollen die Örtlichkeiten nun 24 Stunden zugänglich sein oder nur wenn die Gastronomie geöffnet ist? Die Frage konnte auch nach fast einer Dreiviertel Stunde nicht geklärt werden. Inwieweit die Architektin meine Kritik daran, dass in allen Entwürfen mehr Toiletten für Männer als für Frauen vorgesehen sind – wir erinnern uns da doch an die Eissporthalle – obwohl doch wiederholt die Rede von Müttern mit Kindern als erwartete Gäste war, mitgenommen hat, wird sich ebenfalls noch zeigen. Fortsetzung folgt ….

Anschließend stellte ein Vertreter des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) den Baumreport 2010/11 vor und verteilte hübsche Prospekte über die Wichtigkeit von Bäumen. In Charlottenburg-Wilmersdorf soll es seit 2005 10.000 Straßenbäume weniger geben. Allerdings kommen im Rahmen des Baumpflanzungsprogramms des Senats demnächst rund 2000 Stück auf unsere Straßen. Darunter sind auch etliche Südliche Zürgelbäume (Celtis australis), die laut Wikipedia zur Gattung der Hanfgewächse gehören. Na sowas!
Es gab noch so manches Lehrreiche über Auswahl und Pflege sowie Erziehung (?) von Bäumen zu hören und dass diese im Optimalfall durchaus 120 Jahre alt werden können. Die obligate Baumfällliste wurde natürlich auch verteilt.

Stadtrat Schulte berichtete im Schnelldurchlauf das Wichtigste aus seiner Verwaltung, über Trafohäuschen, Fahrradständer, Anfragen nach Straßenumbenennungen (alle nach Männern, also unakzeptabel), Verhandlungen mit der Firma Wall, die Verteilung der Mittel aus dem Berliner Schlaglochprogramm, Hochbeete am Mittelstreifen des Kudamms usw. Die Auerbacher Straße soll nun am 8. April und entgegen dem Votum der Anwohnenden in Auerbachstraße benannt werden. Zur Erinnerung an den Tod von Giuseppe Marcone wird auf dem Kaiserdamm nun doch keine Skulptur, sondern eine Pflanzschale aufgestellt – und sieht mit Sicherheit schöner aus als der vorgestellte Entwurf. Und die Firam Lorac soll den Schrebergärtnern der Kolonie Oeynhausen Kündigungen geschickt haben, welche von diesen als grundlos erachtet werden, da ja bislang keine Baugenehmigung für das Gelände vorliegt.

Um 19:22 Uhr endete die Sitzung diesmal, während einige Teilnehmende mit Folgeterminen bereits recht ungeduldig wirkten. Ich auch, denn diesmal wollte ich unbedingt – die Themen auf der Tagesordnung waren im Hinblick auf den Wahlkampf recht wichtig – noch nach Pankow zum Treffen unserer LAG Linke Frauen fahren, wozu ich gezwungenermaßen selbst bei pünktlichem Ende zu spät komme.

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Veröffentlicht am 6. Februar 2013 in Ausschüsse und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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