Nun auch wir. Trotzdem Genderausschuss.

Das was in der Nacht zuvor dem Ökumenischen Zentrum WILMA 163 zugestoßen ist, traf nun auch die Geschäftsstelle der LINKEN. Als ich am Mittwoch um 14 Uhr die Tür öffnen wollte, ging der Schlüssel nicht ins Schloss. Auch bei uns hatten Unbekannte die Schlösser mit Spezialkleber unbenutzbar gemacht, nur rund 24 Stunden später. Es ist natürlich nicht erwiesen, aber der Verdacht, dass es mit dem im Schaufenster ausgelegten Plakat für die Veranstaltung mit Prof. Funke (-> siehe vorheriger Eintrag) in Zusammenhang stehen könnte, liegt nicht allzu fern.

Der Sachschaden ist vergleichsweise gering, nicht jedoch die Befürchtung, dass sich nun auch in unserer Gegend rechtes Gedankengut zu Taten steigert. Das darf nicht geschehen und wir müssen sehr aufmerksam sein und uns gegebenenfalls solchen Tendenzen gleich zu Beginn entgegen stellen.

Dennoch, am späten Nachmittag war der Ausschuss für Gender Mainstreaming angesetzt. Weil ich aber meine zahlreichen Gedanken nicht richtig sortiert hatte, fuhr ich erst einmal zum falschen Rathaus, anstatt die fünf Minuten zur Otto-Suhr-Allee zu laufen. Vielleicht lag meine Verplantheit auch noch an der erschreckenden Zeitungsmeldung, dass das Bezirksamt den Verkauf des Rathauses Wilmersdorf vorgesehen hat. Aber das ist ein anderes Thema.

Bei Gender Mainstreaming nahm das Thema „Frauen und Sport“ viel Raum ein. Leider zu Recht und immer noch. Einige der Fragen kenne ich seit über zehn Jahren, als es bei Lehrgängen des Landes- und Bundessportbunds schon darum ging, warum wohl so wenige Frauen in Vereinen aktiv würden. Antworten gibt es seither und immer wieder reichlich, alleine, es fehlt nach wie vor vielerorts an der Umsetzung.
Ein abschreckendes Beispiel dafür, wie es nicht geht, hatten wir doch erst am Freitag zuvor in der nagelneuen Eissporthalle gesehen: nur für die menschlichen Bedürfnisse von Männern ausgerichtete Umkleideräume. Unter solchen Umständen braucht niemand erstaunt fragen, wo denn die Eishockey- und Curling-Spielerinnen bleiben.

Weil Gender Mainstreaming eben doch etwas anderes ist als simple Frauenförderung, kritisierte Bürgermeister Naumann den offiziellen Text des Landes zum Girl’s und Boy’s Day, wie er in unserem Bezirk korrekterweise heißt. Dort wurden die Jungs im Titel einfach vergessen und nur mit einem kurzen Hinweis am Ende erwähnt. Auch dieser Sexismus ist unbedingt abzulehnen.

Unter anderem stellte noch Frau Rabe, unsere bezirkliche Gleichstellungsbeauftragte, die neue Broschüre Charlotte & Wilma über die Namensgeberinnen von Straßen im Bezirk vor. Für 3 €, die der klammen Bezirkskasse zu Gute kommen, ist sie im Rathaus Charlottenburg erhältlich.

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Veröffentlicht am 17. Februar 2012 in Ausschüsse und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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