Spielplätze im Bezirk

Auch das gibt es: die Spielplatzkommission und auch ein Gesetz über öffentliche Kinderspielplätze. Das musste ich allerdings erst herausfinden, denn eine Einladung dazu kam nicht. Gestern war ich trotzdem dort und obwohl es sich um eine sehr angenehme Runde, auch mit sachkundigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Alter zwischen ungefähr sechs und zehn Jahren, handelte, verließ ich sie anschließend recht depremiert.

Es ist nun schon ein paar Jahre her, dass ich mich regelmäßig auf Charlottenburger Spielplätzen aufhielt – zuletzt waren es eher welche in Schöneberg – und ich hätte nicht vermutet, wie erschreckend die Situation im Bezirk ist. Spielplatze werden regelmäßig mit Schulnoten bewertet und von den 125 Plätzen im Bezirk haben 94 (!) die Note 4 oder schlechter. Das liegt daran, dass in den letzten Jahren ein sogenannter Investitionsstau (= es wurde nichts für sie getan) vorlag und auch für das kommende Jahr vermutlich nur Geld für das Allernötigste vorhanden sein wird. Das bedeutet, dass kaputte Geräte nur noch abgesperrt werden, denn selbst deren Abriss kostet einen vierstelligen Betrag.

Wie kurzsichtig ist eigentlich unsere Gesellschaft? Da werden alljährlich riesige Summen für Untersuchungen über die zunehmende Unbeweglichkeit, Übergewicht, Unselbständigkeit, für Gesundheitskampagnen, Diätkurse und was weiß ich noch alles ausgegeben und in Talk-Shows wird ohne Ende über Kinder, die hinter Bildschirmen sozial und körperlich verkommen, geklagt – und dann gibt es keine Möglichkeit, schon einmal das Allereinfachste zu tun und für attraktive und ordentliche Spielplätze zu sorgen?

Ja, ich weiß schon: Haushaltssperre, das finanzielle Elend der Kommunen usw. Trotzdem ist es ein Skandal sonder gleichen! Hier gehören eindeutig andere Prioritäten gesetzt, wenn wir unseren Kindern ein halbwegs artgerechtes Aufwachsen ermöglichen wollen. Handelte es sich um Käfighennen oder Straßenhunde in Osteuropa, gäbe es bereits regelmäßige und lautstarke Proteste.

Je länger ich darüber nachdenke, desto wütender werde ich. Im Moment nützt das aber wenig und ich muss mich dringend noch genauer informieren und herausfinden, was getan werden kann. Fürs Erste kann ich jetzt nur mitteilen, wohin man sich wenden kann, wenn auf einem unserer bezirklichen Spielplätze Missstände bemerkt werden: zuständig ist Herr Schmidt – ein freundlicher Mann, der über die Situation auch sehr unglücklich ist – der telefonisch erreichbar ist unter 9029 144 92 oder per E-Mail: andreas.schmidt@charlottenburg-wilmersdorf.de

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Veröffentlicht am 31. Januar 2012 in andere Sitzungen und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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