Gender Mainstreaming

Dieser Ausschuss, der gestern das erste Mal richtig tagte, war bei der Verteilung der Ausschüsse gleich meine erste Wahl gewesen. Bei einigen der Mitglieder scheint das allerdings nicht unbedingt der Fall gewesen zu sein, was ich sehr schade finde.

Mehrere kamen auch zu spät, dabei war das Umfeld das bislang freundlichste: im ordentlich geheizten, auf Mittelalter gestalteten Gertrud-Bäumer-Saal in meinem – so viel Lokalpatriotismus darf hier einmal sein – Rathaus Charlottenburg gab es zur Begrüßung größere Mengen an Dokumenten, Flyern und Informationsmaterial sowie das schöne Buch „Spreeperlen“ vom Büro der Gleichstellungsbeauftragten und einen wahren Sonnenschein von Ausschussvorsitzender.

Vor Jahren hieß die Runde wohl Frauenausschuss, was nicht nur ein ziemlich furchtbarer Name ist, sondern auch längst nicht mehr aktuell. Am Wort Gender Mainstreaming stören sich immer wieder Leute, zum einen ist es nicht deutsch und es genau zu erklären, erfordert mehrere Sätze. Es geht um Gleichstellung, Gleichberechtigung, gleichen Zugang, gleiche Möglichkeiten, usw., vor allem im Bezug auf die verschiedenen Geschlechter. Mitgedacht werden idealerweise aber auch andere eventuelle Unterschiede, wie Alter, Behinderung, Schuhgröße und was es sonst so geben kann. Wer hierfür einen einfachen Begriff zu finden im Stande ist, kann sich mindestens eines Preises sicher sein.

Ein gutes Bespiel, worum es sich handelt, war gleich die Betrachtung des Siegerentwurfs für die Umgestaltung des Olivaer Platzes. Entspricht er tatsächlich den Anforderungen aller künftigen Besuchenden? Müttern? Kindern? Arbeiter_innen in der Mittagspause? Menschen mit Haustieren? Autofahrenden? Gehbehinderten? Anderen? Wie lassen sich die Anforderungen des Umweltschutzes nach nächtlicher Dunkelheit mit dem Wunsch nach Sicherheit beim Durchqueren des Parks vereinen? Und überhaupt: wie viele Architektinnen hatten sich am Wettbewerb beteiligt?
Viele spannende Fragen, die zu klären nicht nur interessant, sondern auch wichtig ist.

Ich hätte auch noch zahlreiche weitere Fragen an einzelne Anwesende gehabt, aber der grausame Zeitplan der BVV hat mir auf jeden Mittwoch einen Ausschuss gesetzt, während ich ebenfalls an diesem Tag wöchentlich einen Parteitermin habe. Das bedeutet, dass ich mit dem Ende der Sitzung davoneilen muss – nur um dann anderenorts verspätet anzukommen. Gestern war es die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) queer Berlin-Brandenburg, bei deren Treffen in Pankow ich rekordverdächtig spät eintraf.

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Veröffentlicht am 19. Januar 2012 in Ausschüsse und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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